Claas Nicolai

Portrait

Die künstlerische Gedankenwelt Claas Nikolais kreist gänzlich um das Themenspektrum der Architektur und der Häfen maritimer Metropolen. Der 1969 geborene Däne arbeitet multimedial. In seine großformatigen Collagen auf Leinwand bindet er Fotografie und Malerei zu gleichen Teilen ein. Seine Ausbildung zum Fotografen und das anschließende Studium der Freien Malerei erlauben Nikolai, optische Schnittmengen beider Medien zu erkennen und ineinander fließen zu lassen. Nur was ein Künstler wirklich erkannt hat, kann er für die Betrachter wiederum verschleiern und gewissermaßen mystifizieren.

Bisweilen sind die Übergänge von der collagierten Fotografie zur Malerei so delikat, daß das Auge zwar eine Verschiebung wahrnimmt, diese aber so unterschwellig daherkommt, daß sie die Gesamtwahrnehmung nur leicht anschrägt, ohne direkt die Lösung preiszugeben. Dazu kommt die minimale perspektivische Verrückung einzelner Bildelemente in der Collage, die in gleicher Manier funktionieren. Und genauso, wie Fotografie, Collage und Malerei ineinander verschmelzen und zweidimensionale Ebenen erforschen, arbeiten sich die Gemälde auch in den Raum vor: Den Ölfarben sind gelegentlich dreidimensionale Elemente wie Sand oder Harze untergemischt. Diese ausgefeilten kleinen Tricksereien schaffen eine innerbildliche Spannung, die den Blick lange verweilen lassen. kvb

 

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