Künstlerportrait
Hinter der Bezeichnung "Crossover" steckt die Idee, zwei Genres miteinander zu verbinden.
Es entsteht ein Dialog aus jeweils einem prominenten historischen Gemälde und einer
modernen erotischen Photographie.
Jedoch handelt es sich hierbei nicht um die plumpe Verknüpfung verschiedener Stile der Kunst.
Der Künstler versetzt sich in das Motiv des Malers und beginnt es als Geschichte subjektiv
weiterzuspinnen. Das Ergebnis ist die Serie Crossover.
Er streift dem historischen Werk den Mantel des Tabus ab, um die eigentliche Idee des historischen Werkes in eine gegenwärtige Sinnlichkeit zu übersetzen.
Die Photographie schildert den Traum bzw. die erotische Phantasie des Malers und ist daher
verschwommen abgebildet. Beide Welten − die gezügelte Phantasie des Malers und die seiner
eigentlichen Sehnsucht − verschmelzen zu einem neuen Werk.
So wird die Idee des historischen Malers in die Moderne übertragen.
Die Photographie bezieht sich hierbei nicht nur auf inhaltliche Schilderungen. Der interaktive
Charakter des Gesamtwerks wird durch kompositorische Gemeinsamkeiten unterstützt. Seien
es die oft physischen Ähnlichkeiten der in derselben Anzahl erscheinenden Protagonisten
oder deren beinahe identische Posen, so spielt der Künstler auch mit verschiedenen
Bewegungsabläufen, die von einem Werk in das andere übergreifen.
Bezeichnend ist der Wandel des Eindrucks, der dem Betrachter widerfährt, wenn er seinen
Standpunkt wechselt. So tritt die Photographie immer deutlicher hervor, je größer die Distanz
zum Werk ist und die Malerei gewinnt an Dominanz, je mehr man sich dem Werk nähert.
So bleibt es dem Betrachter überlassen, auf welche Weise er der Sinnlichkeit begegnen möchte.
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